Allergie #2

Bei einer Allergie schießt das Immunsystem über das Ziel hinaus: Eigentlich für den Körper harmlose Stoffe werden bekämpft, was zu unterschiedlichen Symptomen führen kann.

 

Welche häufigen Ausprägungen der Allergie gibt es?

  • Heuschnupfen (Allergische Rhinitis)
  • Atopische Dermatitis / Atopische Dermatitis
  • Allergisches Asthma
  • Nahrungsmittelallergie
  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Haustierallergie
  • Hausstaubmilbenallergie

 

Wie wird die Diagnose Allergie gestellt?

Die Allergieaustestung sollte prinzipiell von einem Spezialisten durchgeführt werden. Eine Allergie kann nur dann diagnostiziert werden, wenn auch eine entsprechende Krankengeschichte vorliegt. Ein rein positives Testergebnis im Hauttest oder bei der Blutuntersuchung ohne dazu passende Symptome wird als Sensibilisierung und nicht als Allergie bezeichnet.

 

Anamnesegespräch

Am Beginn der Untersuchung steht die Erhebung der Krankengeschichte. Dabei liegt das Augenmerk nicht nur auf den Symptomen selbst, sondern auch darauf, in welchem Zusammenhang (Pflanzenblüte, Tierhaare, Nahrungsmittel) und wann sie auftreten. Ebenso wichtig ist die Berufs- und Familienanamnese. In vielen Fällen gibt eine sorgfältig durchgeführte Anamnese bereits erste Hinweise auf den oder die Auslöser. Auch das Führen eines Allergietagebuchs – in das Art, Schwere und Dauer der Symptome, Ernährung, Aktivitäten und Umwelteinflüsse vermerkt werden, ist eine hilfreiche Ergänzung.

 

Hauttest (Pricktest)

Der Allergie-Hauttest gibt Auskunft über den oder die allergieauslösenden Stoffe. Er kann ohne großen Aufwand  und bei nahezu allen Patientengruppen (inkl. Kleinkinder) durchgeführt werden. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, müssen Antihistaminika und Antidepressiva vor der Testung abgesetzt werden.

Beim Prick-Test werden unterschiedliche Testsubstanzen (Allergenextrakte), die mögliche Allergieauslöser enthalten, auf die Haut getropft. Anschließend wird die oberste Hautschicht angeritzt. Dieser Vorgang ist beinahe schmerzlos. Bei einer allergischen Reaktion, also einer positiven Testreaktion,  entwickelt sich innerhalb von zehn bis 15 Minuten eine juckende Quaddel - ähnlich wie ein Gelsenstich-  an der Haut.

 

Bluttest

Zur Absicherung der Diagnose – insbesondere bei fraglich positivem Hauttest – kann noch ein Bluttest durchgeführt werden. Eine hohe Konzentration an IgE-Antikörpern im Blut ist ein wichtiges Indiz dafür, dass bereits eine Sensibilisierung des Immunsystems auf Allergene stattgefunden hat.

Zusätzlich können auch spezifische IgE-Antikörper, also Abwehrstoffe gegen spezielle Allergieauslöser (unterschiedliche Pollenarten) ausgetestet werden. Der große Vorteil liegt also darin, dass mithilfe dieses Tests ganz bestimmte Allergene oder einzelne Allergenkomponenten als Auslöser der Allergie identifiziert werden können.

Dies ist für die weitere Therapie besonders wichtig: Ist der Allergieauslöser bekannt, kann bei einigen Allergieformen eine spezifische Immuntherapie angeschlossen werden.

 

Lungenfunktionsprüfung

Falls der Verdacht auf Asthma besteht, wird durch eine Lungenfunktionsprüfung festgestellt, ob die Bronchien verengt sind. Die Lungenfunktionsprüfung kann auch als "Provokationstest" durchgeführt werden: So lässt sich beispielsweise prüfen, ob sich die Lungenfunktion nach dem Einatmen eines möglichen Allergens verschlechtert. Durch eine sog. "nasale Provokation" kann darüber hinaus auch die Reaktion der Nasenschleimhaut auf Allergene geprüft werden.

 

Quelle: https://www.netdoktor.at/krankheit/allergie-7612