Was ist Hepatitis? #2

Als Hepatitis werden alle entzündlichen Erkrankungen der Leber bezeichnet. Die Leberzellen werden durch die Entzündung geschädigt und die Funktion der Leber beeinträchtigt. Hepatitis kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden: Viren, Bakterien, Parasiten, Alkoholmissbrauch, Medikamente, aber auch Chemikalien.

 

Krankheitsbild

Hepatitis A

Die Inkubationszeit beträgt bei einer Hepatitis A Infektion etwa zwei bis sechs Wochen, im Durchschnitt sind es 25 bis 30 Tage. Erkrankte Personen sind 1 bis 2 Wochen vor und bis zu einer Woche nach Auftreten der Krankheitssymptome ansteckend.

Zu Beginn der Erkrankung kann es zu Erschöpfungszuständen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens kommen. Es folgt eine Dunkelfärbung des Urins, Hellfärbung des Stuhles und zum Schluss die typische Gelbsucht. Mitunter klagen die Patienten während der akuten Krankheitsphase auch über starken Juckreiz. Nach etwa zwei bis vier Wochen klingen die Beschwerden von allein ab. Hepatitis A heilt in der Regel vollständig aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Bei nur etwa 10% der Patienten dauert die Krankheit länger, heilt aber ebenfalls vollständig aus.

Bei Kindern unter 5 Jahren zeigt die Krankheit nur in 10% der Fälle die beschriebene Form, sonst verläuft sie unauffällig.

 

Hepatitis B

Die Inkubationszeit beträgt bei einer Hepatitis B Infektion etwa 40 bis 200 Tage, im Durchschnitt sind es 60 bis 90 Tage. Damit ist die Zeitspanne bis zum Ausbruch der Erkrankung ungewöhnlich lang.

Eine Ansteckungsfähigkeit besteht unabhängig von den Symptomen der Krankheit, solange Erreger im Blut des Patienten nachweisbar sind. Von chronisch infizierten Hepatitis B-Trägern kann jahrelang eine Ansteckungsgefahr ausgehen. Chronisch bedeutet, dass das Virus länger als sechs Monate nach der Infektion im Blut nachweisbar ist.

Eine Hepatitis B Erkrankung kann - abhängig vom Immunsystem des Patienten - sehr unterschiedlich verlaufen. Etwa ein Drittel der infizierten Erwachsenen und 90% der Kinder und Säuglinge bleiben ohne äußerliche Beschwerden.

70% der Infizierten leiden zu Beginn der Erkrankung unter Symptomen wie Erschöpfungszuständen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens. Bei etwa einem Drittel kommt eine Gelbsucht hinzu.

Ohne Komplikationen klingen die Beschwerden nach drei bis fünf Wochen ab. Bei weniger als 1% der Fälle kommt es zu einem akuten Leberversagen.
Die meisten akuten Hepatitis B-Erkrankungen bei Erwachsenen heilen vollständig aus und führen zu einer dauerhaften Immunität.

 

Auswirkungen

Hepatitis A ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die aber meist vollständig ausheilt und lebenslang immun gegen das Hepatitis A-Virus macht. Nur insgesamt 0,01 bis 0,1% der Patienten weisen Komplikationen wie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Herzmuskulatur oder der Lunge auf. Ein schlechter Allgemeinzustand, ein geschwächtes Immunsystem sowie hohes Alter beeinflussen den Verlauf.

Bei der Hepatitis B ist zum einen das Infektionsrisiko sehr groß, zum anderen ist die Rate der chronischen Verläufe hoch. Ca. 5 bis 10% der Erwachsenen sind davon betroffen, tückischerweise häufig, ohne dass eine akute Erkrankung bemerkt wurde. Eine Leberzirrhose kann die Folge sein. Die chronische Infektion erhöht das Risiko für die Entwicklung einer Leberkrebserkrankung um das Hundertfache gegenüber der Normalbevölkerung.

Eine chronisch verlaufende Hepatitis B-Infektion kann zu erheblichen psychischen Belastungen führen, da der Infizierte in ständiger Angst lebt, Menschen in seinem Umfeld anzustecken.

Gleichzeitig mit dem Auftreten einer akuten, aber auch bei einer chronischen Hepatitis B kann es selten zu einer parallelen Infektion mit dem Hepatitis D-Virus kommen. Diese Superinfektion führt zu einer schwerer verlaufenden Lebererkrankung als eine alleinige Ansteckung mit dem Hepatitis B-Virus und wird bei mehr als 90% der Infizierten chronisch.

Das Hepatitis B-Virus ist auch für Neugeborene gefährlich. Eine Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Kind kann als nahezu sicher angenommen werden. Bei 90% der infizierten Neugeborenen und Kinder bis zu 1 Jahr würde es ohne Vorsorgemaßnahmen zu einem chronischen Verlauf der Hepatitis B kommen (siehe auch Besonderheiten bei Schwangeren).

 

Besonderheiten bei Schwangeren

Normalerweise kann die Leber ihre Arbeit während einer Schwangerschaft trotz der erhöhten Anforderung gut bewältigen. So birgt eine Schwangerschaft weder ein erhöhtes Risiko einer Hepatitis-Erkrankung noch werden Verlauf und Heilungschancen durch eine Schwangerschaft negativ beeinflusst. Bei 10 von 1000 Schwangerschaften werden Virus-Hepatitiden festgestellt, 50% entfallen dabei auf Hepatitis B.

Eine Hepatitis in der Schwangerschaft ist dennoch sehr ernst zu nehmen, da sich eine Infektion der Mutter auf das Kind auswirken kann. Auf den gesamten Zeitraum einer Schwangerschaft gesehen, beträgt die Frühgeburtenrate etwa 16%. Tritt die Infektion erst in der späten Phase der Schwangerschaft auf, erhöht sich die Frühgeburtenrate sogar auf 29% bei gleichzeitiger Totgeburtenrate von 10%.

Ein Zusammenhang zwischen Fehlbildungen bei Neugeborenen und einer Hepatitis-Infektion konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Eine Immunisierung gegen die Virentypen A und B während der Schwangerschaft ist grundsätzlich anzuraten, sofern Kontakt mit Infizierten bestand.

 

Risiko bei Hepatitis A

Im Mutterleib ist eine Übertragung des Virus auf das Ungeborene möglich. Bei der Geburt waren die Kinder aber nach bisherigen Erkenntnissen unauffällig. Eine Schädigung der Schwangerschaft ist nicht bekannt, kann aber nicht sicher ausgeschlossen werden.

 

Risiko bei Hepatitis B

Infektionen der Schwangeren während der Schwangerschaft können in seltenen Fällen auch das Ungeborene befallen, Schädigung des Kindes sind aber bislang nicht aufgetreten und auch nicht zu erwarten. Meistens findet eine Infektion des Kindes unter der Geburt oder danach statt. Bei fast allen infizierten Neugeborenen und Kindern bis zu 1 Jahr kommt es zu einem chronischen Verlauf der Hepatitis B. Zur Vermeidung einer solchen Infektion ist ein entsprechender Test, ein so genanntes Screening (Nachweis von HBs-Antigen), seit 1993 verbindlicher Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge.

Liegt eine Infektion der Mutter vor, wird möglichst innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt mit der Immunisierung des Säuglings durch Impfungen (passiv-aktive Immunisierung) begonnen. Das Risiko einer Infektion des Neugeborenen kann dann weitestgehend verhindert werden. Auch muss auf das Stillen dann nicht verzichtet werden.
Eine medikamentöse Therapie der Mutter ist während der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen erforderlich.

 

Erkennung

Eine Hepatitis A sowie Hepatitis B Erkrankung ist durch die charakteristische Gelbsucht, die Gelbfärbung von Haut und Augen, hellen Stuhl sowie dunklen Urin zu erkennen.

Bei der Hepatitis B fehlen häufig die typischen Symptome und von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen oft 2 bis 6 Monate. Eine genaue Untersuchung, welcher Virustyp vorliegt, kann erst einige Wochen nach der Ansteckung durch den Nachweis der Viren, so genannte HAV/HBV-Antigene und die entsprechend gebildeten Abwehrmoleküle, so genannte Antikörper, im Blut erfolgen. Hierfür sind spezielle biochemische Tests in einem medizinischen Labor notwendig.

 

Quelle: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_hepatitis-was-ist-hepatitis-_723.html