Was ist Hepatitis? #3

Als Hepatitis werden alle entzündlichen Erkrankungen der Leber bezeichnet. Die Leberzellen werden durch die Entzündung geschädigt und die Funktion der Leber beeinträchtigt. Hepatitis kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden: Viren, Bakterien, Parasiten, Alkoholmissbrauch, Medikamente, aber auch Chemikalien.

 

Therapie

Um gar nicht erst eine Therapie notwendig zu machen, ist es natürlich am besten die richtige Vorsorge zu betreiben, beispielsweise gegen Hepatitis A und B die vorhandenen Impfmöglichkeiten zu nutzen.

Wichtig bei allen Leberentzündungen ist eine absolute Alkoholabstinenz bis einige Monate nach der Gesundung, da Alkohol den Krankheitsverlauf verschlechtern bzw. sogar einen Rückfall auslösen kann. Außerdem sind Medikamente zu vermeiden, welche die Leber schädigen können.

Bei einer Hepatitis-Erkrankung besteht die Therapie darin, sich zu schonen - eventuell ist Bettruhe notwendig - und eine möglichst kohlenhydratreiche und fettarme Ernährung einzuhalten. Bei stärkeren Beschwerden können Medikamente gegen die Begleitsymptome, wie z. B. Erbrechen oder Kopfschmerzen, eingesetzt werden. Ist der Krankheitsverlauf leicht, können die Patienten zu Hause behandelt werden, bei schweren Verläufen ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

 

Impfung & Schutzmaßnahmen

Die sicherste Vorsorge gegen eine Hepatitis A- sowie Hepatitis B-Infektion ist der rechtzeitige Aufbau eines Impfschutzes.

 

Hepatitis A

Da einerseits die Durchseuchung mit dem Hepatitis A-Virus in unseren Breitengraden stark zurückgegangen ist, d. h. wenige Menschen Immunität besitzen, andererseits der Ferntourismus weiterhin Konjunktur hat, ist ein Impfschutz zunehmend wichtig.

Eine rechtzeitige Impfung gegen Hepatitis A empfiehlt sich auf jeden Fall vor Reisen nach Südosteuropa, Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika, vor allem, wenn absehbar ist, dass man auf seiner Reise mit zweifelhaften hygienischen Verhältnissen konfrontiert werden wird. Grundsätzlich sollte aber jeder, der auf Reisen geht, sicherheitshalber gegen Hepatitis A geimpft sein.

Nähere Informationen zu der aktuellen Situation in Ihrem Reiseland erfahren Sie über den reisemedizinischen Informationsdienst.

Aber auch beruflich gefährdete Personengruppen wie medizinisches Personal in Kliniken und Laboratorien, Erzieher und Erzieherinnen in Kinderbetreuungseinrichtungen oder Menschen, die an Abwasseranlagen arbeiten, sollten sich impfen lassen.

Für Menschen, die gerne Muscheln und Meeresfrüchte essen ist eine Impfung auch in unseren Breiten sinnvoll. Muscheln sind häufig mit Hepatitis A-Viren infiziert. Auch beim Kochen werden die Viren nicht immer zerstört.

Letztlich wird ebenso Blutern und Kindern mit chronischen Lebererkrankungen eine Impfung empfohlen.

Informationen zur Hepatitis A-Impfung, oder der Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B finden Sie in der Rubrik Impfen.

 

Weitere Vorsorgemaßnahmen

  • Grundsätzlich sollte man engen Kontakt zu Hepatitis A-Kranken meiden, es sei denn, man ist durch eine frühere Infektion oder Impfung immun.
  • Die Übertragung des Erregers kann durch die Desinfektion der Hände mit Virus- desinfektionsmitteln vermieden werden
  • Auf Reisen in hygienisch bedenkliche Gebiete sollte man außerdem
    • kein Leitungswasser trinken
    • auf Eiswürfel in den Getränken verzichten
    • möglichst Getränke aus industriell verschlossenen Behältern (z. B. Cola-Dosen, Wasserflaschen) wählen
    • rohes Fleisch, rohen Fisch, Salate, Milchprodukte sowie Speiseeis meiden

 

Hepatitis B

Eine aktive Impfung gegen Hepatitis B bietet den sichersten Schutz gegen eine Ansteckung.

Um Hepatitis B in Deutschland auszurotten, empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts seit 1995 die Hepatitis B-Impfung für Säuglinge und Kleinkinder sowie Jugendliche ab der Pubertät bis zum 18. Lebensjahr, sofern diese noch nicht geimpft sind.

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission umfasst außerdem Risikogruppen wie medizinisches Personal, Dialyse-Patienten, männliche Homosexuelle, Drogensüchtige und Prostituierte.

Auch vor großen Operationen, bei denen möglicherweise Blutübertragungen erforderlich werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission die vorherige Hepatitis B-Impfung.

Letztlich sollte vor Fernreisen eine Impfung grundsätzlich erwogen werden. Muss am Urlaubsort medizinische Versorgung in Anspruch genommen werden, kann man sich nicht auf den hohen hygienischen Standard verlassen, wie er in Deutschland gegeben ist. Bereits ein Zahnarztbesuch oder erste Hilfe Maßnahmen bei Verletzungen können eine Ansteckung zur Folge haben.

Informationen zur Hepatitis B-Impfung, oder der Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B finden Sie in der Rubrik Impfen.

 

Weitere Vorsorgemaßnahmen

Hepatitis B-Infizierte sollten sich so verhalten, dass andere, nicht immunisierte, Personen nicht gefährdet werden, also möglichst engen Körperkontakt meiden. Bei normaler häuslicher Hygiene ist das Übertragungsrisiko innerhalb der Familie gering einzuschätzen.

Im Umfeld von infizierten oder gefährdeten Personen sollten unbedingt folgende Schutzmaßnahmen eingehalten werden:

  • Konsequente Nutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr
  • Verwendung von sterilen Injektionsutensilien bei Drogenkonsumenten
  • Anlegen von Mundschutz und Handschuhen vor Kontakt mit virushaltigen Körperflüssigkeiten
  • Sichere Entsorgung mit Blut und anderer Körperflüssigkeiten verseuchter Gegenstände
  • Desinfektion von Händen und Oberflächen durch geeignete Mittel
  • Erhitzen von Instrumenten auf 90° C für mindestens 5 Minuten
  • Keine gemeinsame Nutzung von Zahnbürsten, Nagelscheren, Rasierern 

 

Quelle: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_hepatitis-was-ist-hepatitis-_723.html